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Wir brauchen eine neue globale Energie-Infrastruktur

„Zur fundamentalen Neuausrichtung der Energieversorgung gibt es aus ökonomischer und ökologischer Perspektive keine Alternative“, sagte Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und früherer Bundesumweltminister in seiner Keynote auf dem ThomasLloyd Cleantech Kongress 2012.

Die Rede bei ThomasLloyd – eine der führenden globalen Investmentbanking- und Investmentmanagementgruppen, die sich ausschließlich auf den Erneuerbare-Energien-Sektor in Asien spezialisiert hat – hat einen besonderen Hintergrund. Vordenker der globalen Klimawende wie Prof. Töpfer wissen: Ohne das Engagement privater Investoren beim Aufbau umweltfreundlicher Energie-Infrastrukturmaßnahmen sind die globalen Klimaziele kaum zu schaffen. Zu groß sind die finanziellen Herausforderungen.

Steigender Energiekonsum

Denn der weltweite Energiekonsum wird weiter kräftig steigen: bis 2040 um 56 Prozent schätzt die Energy Information Administration (EIA) des US-Energieministeriums in ihrem „International Energy Outlook 2013“. In den Industriestaaten steigt der Energieverbrauch vermutlich nur um 17 Prozent – doch der Energiebedarf in den Entwicklungsländern außerhalb der OECD werde um 90 Prozent zunehmen. Der Grund hierfür ist der rasante wirtschaftliche Aufschwung der Entwicklungs- und Schwellenländer. 70 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums wird künftig dort generiert, entsprechend dramatisch steigt die Energienachfrage. Allein in der Region Asien/Pazifik wuchs der Energiebedarf von 2000 bis 2010 um 72,5 Prozent. Europa hingegen verzeichnete im selben Zeitraum nur eine Zunahme um 5,3 Prozent. (ThomasLloyd Cleantech Infrastructure Fund Broschüre 2013).

Angesicht dieser Zahlen wird deutlich: Wer Klimaschutz will, muss Infrastruktur aufbauen, vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Diese Regionen brauchen eine umweltverträgliche Energieinfrastruktur, und das geht nur unter Nutzung von erneuerbaren Energien. Der politische Wille ist da: 138 Staaten haben ihre Entschlossenheit zum Einsatz und Ausbau erneuerbarer Energien bekundet, und in 127 Ländern werden sie bereits durch staatliche Programme gefördert (http://www.solarserver.de/solar-magazin/nachrichten/aktuelles/2013/kw24/energiewende-global-erneuerbare-energien-decken-weltweit-fast-ein-fuenftel-des-endenergiebedarfs-ausbautrend-setzt-sich-fort.html). Nationale Politik hat eine entscheidende Lenkungswirkung beim Aufbau entsprechender Infrastruktur.

Allerdings werden in vielen Ländern noch immer fossile Energieträger subventioniert. Ein großer Anteil der schädlichen Gase kommt daher aus den Schornsteinen von Kohlekraftwerken (International Energy Outlook 2013, http://www.eia.gov/forecasts/ieo/). Inzwischen hat sich deshalb auch die Weltbank entschlossen, in den Schwellenländern keine Kohlekraftwerke mehr zu fördern, sondern auf erneuerbare Energien zu setzen.

Philippinen: In zehn Jahren 100 Prozent grüner Strom

„Zehn Jahre werden wir benötigen, um den Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien zu schaffen“, verkündete Mario C. Marasigan, Direktor für Erneuerbare Energien im Ministerium für Energien der Philippinen, stolz (Thomas Lloyd Cleantech Infrastructure Fund Broschüre 2013). Werden alle nötigen Maßnahmen entsprechend zügig umgesetzt, wären die Philippinen mit diesem Tempo weltweit führend. Die Erfolgsfaktoren der Asiaten: eine entschlossen handelnde Politik und günstige Rahmenbedingungen für private Investoren. So engagierte sich auch Cleantech-Investor ThomasLloyd mit gleich vier Biomasse-Anlagen, einem Onshore-Windpark und einem Solarpark für den Aufbau der philippinischen Energie-Infrastruktur und schuf außerdem vor Ort neue Arbeitsplätze. Auch Privatanleger können übrigens über den ThomasLloyd Cleantech Infrastructure Fund in sinnvolle grüne Infrastruktur investieren.

Zwei Effekte helfen den Entwicklungs- und Schwellenländern beim Aufbau einer klimaverträglichen Energie-Infrastruktur. Durch den technischen Fortschritt werden Produktionsanlagen zum Erzeugen erneuerbarer Energie erstens immer billiger und zweitens immer effizienter. In den USA wird ein Windradtyp getestet, der auch bei schwachem Wind viel leistungsfähiger ist als bisherige Anlagen (http://green.wiwo.de/windenergie-neue-turbine-soll-konkurrenzlos-billig-grunstrom-liefern/). Im Gegensatz zu den üblichen 35 Prozent erreicht der neue Typ einen Effizienzgrad von bislang nie dagewesenen 50 Prozent. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Eine eingebaute Batterie sorgt dafür, dass die Anlage auch bei Windschwankungen gleichbleibend Strom liefern kann. Durch die bessere Ausbeute bei Leichtwind und den integrierten Speicher liefert die Turbine an einigen Standorten in den USA bereits Strom für unter vier Eurocent – normal sind fünf bis sieben Cent. Strom aus Kohlekraft kostet dort sechs Cent.

Forscher an der Universität von San Diego in den USA arbeiten an einer anderen Schwachstelle der Erneuerbaren-Energien-Technik: Sie wollen auch Solarkraftwerke durch neue Superspeicher, sogenannte Ultracaps, zu beständigen Stromlieferanten machen. Ultracaps sind Hochleistungs-Kondensatoren, die gegenüber Batterien einen Riesenvorteil haben: Sie verschleißen praktisch nicht, halten beinahe ewig. In den Ultracaps gespeicherte Energie wird dann ins Netz gespeist, wenn zum Beispiel eine Wolke kurzzeitig die Sonne verdeckt – eine bahnbrechende Entwicklung für Regionen mit wechselhaftem Wetter

Thomas Lloyd: Erneuerbare Energien werden immer preiswerter

Durch solche technischen Fortschritte und den weltweiten Wettbewerb werden Anlagen zur Gewinnung von erneuerbarer Energie immer wirtschaftlicher. Michael Sieg, Chairman und CEO ThomasLloyd Group, zeigte in seiner Präsentation auf dem Thomas Lloyd Cleantech Congress Europe 2013, dass es in den letzten zehn bis zwanzig Jahren in einzelnen Technologien zu einem Preisverfall von 90 bis 95 Prozent gekommen ist. Folge: Bereits heute ist Sonnenenergie aus Photovoltaikanlagen die mit Abstand preiswerteste Energie zur Elektrifizierung von Entwicklungsländern. Sonnenstrom ist billiger als derjenige aus Wasserkraft oder aus den in jenen Ländern noch vielfach genutzten Dieselkraftwerken bzw. -generatoren, so eine Kernaussage der Globalen Energiestudie, die im Sommer 2012 in Berlin vorgestellt wurde (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1947915/).

500 Fachleute aus 70 Ländern, darunter auch Berater der Bundesregierung, analysierten sechs Jahre lang, wie die weltweite Energiewende bewältigt werden kann. Die Forscher fordern, dass die Entwicklungshilfe der Industriestaaten unter Klimaschutzaspekten grundlegend überdacht werden müsse. Statt Kohlekraftwerke und große Staudämme zu fördern, sollte lieber in die Infrastruktur zur Nutzung sauberer Energietechnologien investiert werden.

Das könnte eine sanfte Energie-Revolution starten, so die internationalen Experten. Schließlich ist ein Ziel der Vereinten Nationen, rund 2,6 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern erstmals Zugang zu Elektrizität zu verschaffen. Das wird ein gewaltiges Infrastruktur-Projekt.

 
 

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