100 Milliarden Dollar für saubere Energie

Saubere Energie

Der schnelle Aufbau einer Infrastruktur für regenerative Energiegewinnung ist eine der großen und drängenden Aufgaben unserer Zeit – aktuelle Informationen zeigen, dass dem Klimawandel noch viel intensiver entgegengearbeitet werden muss. Doch die Umstellung herkömmlicher Energieerzeugungssysteme sowie der Aufbau benötigter neuer klimaschonender Kapazitäten kosten sehr viel Geld. Und viele Volkswirtschaften kriseln, die Mittel sind knapp.



Auch wenn Euro-Krise und ein globales Niedrigzinsniveau das Kräftespiel des freien Marktes hemmen – um die Finanzierung von Cleantech ist es überraschend gut bestellt. Berechnungen von Bloomberg New Energy Finance (http://about.bnef.com) zeigen, dass mittlerweile die Rekordsumme von 100 Milliarden Dollar in Erneuerbare-Energien-Infrastruktur investiert wird – und zwar jährlich.

Regenerative Stromproduktion führt

Die Analysten haben ihre Ergebnisse in dem White Paper „Development Banks – breaking the $ 100bn-a-year barrier“ dokumentiert (Zusammenfassung und Download unter http://about.bnef.com/white-papers/development-banks-breaking-the-100bn-a-year-barrier/). Untersucht wurden etwa 2000 Investitions-Aktivitäten von 26 Entwicklungsbanken zwischen 2007 und 2012, aufgegliedert nach Investitionssektor und -region. Während des gesamten Zeitraums wurden Clean-Energy-Projekte (erneuerbare Energien, Energie-Effizienz, Energieübertragung und -verteilung) mit 425 Milliarden Dollar finanziert. Bemerkenswert ist der steile Anstieg der Summen: Allein 2012 wurden 109 Mrd. Dollar bereitgestellt, eine 19-prozentige Steigerung gegenüber den 91 Mrd. Dollar in 2011. Insgesamt gab es eine jährliche Wachstumsrate von durchschnittlich 25 Prozent.

Von den finanzierten Technologien liegt die Erzeugung regenerativer Energie an der Spitze, und hier der Bereich großer Wasserkraftanlagen (29,2 Mrd. Dollar seit 2007). Gut die Hälfte der gesamten Mittel – 217 Mrd. Dollar – wurde von den Entwicklungsbanken für Investitionen in Europa bereitgestellt.

Von den 58,7 Mrd. Dollar, die 2012 für Erneuerbare-Energien-Anlagen bereitgestellt wurden, flossen ausweislich 10,8 Mrd. Dollar in Hydroenergie, 5,4 Mrd. in Windenergie, 3,7 Mrd. in Solarenergie. Die tatsächlichen Anteile dürften allerdings deutlich höher liegen, denn 36,8 Mrd. Dollar in diesem Bereich waren „undisclosed“, das heißt sie flossen in den Energiesektor, sind aber keiner Energieerzeugungskategorie klar zugewiesen.

Nachholbedarf beim Nord-Süd-Transfer

Der Großteil der Mittel verblieb in der Herkunftsregion der Gelder – europäische Banken finanzierten beispielsweise europäische Projekte, asiatische Banken waren in Asien aktiv. Daher flossen 2012 lediglich 9,9 Mrd. Dollar vom Norden in den Süden; nach Gründung einer Entwicklungsbank für die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika erwarten die Bloomberg-Experten hier allerdings einen stärkeren Trend. Der Süd-Süd-Geldfluss betrug 2012 7,5 Mrd. Dollar.

Um den Entwicklungs- und Schwellenländern beim dringend benötigten Auf- und Ausbau regenerativer Energieerzeugungskapazitäten zur Seite zu stehen, sind daher zusätzliche Initiativen von unabhängigen Investment-Banken und Privatinvestoren gefragt. Mittlerweile haben sehr viele Staaten Förderprogramme für erneuerbare Energien aufgelegt, die auch für ausländische Geldanlagen gelten, etwa durch Erlass von Importzöllen, Steuervergünstigungen oder garantierten Strom-Einspeisetarifen bzw. bevorzugten Stromeinspeisungen für regenerativ erzeugten Strom. Global aktive Investmentmanagement-Gruppen wie ThomasLloyd zeichnen sich durch ihre langjährige Erfahrung und hohe Expertise sowohl im technischen als auch finanziellen Bereich aus und sind oft seit vielen Jahren mit den besonderen Bedingungen in bestimmten Zielländern vertraut (www.thomas-lloyd.de).

Prognose für die Zukunft

Im 2012er-Bericht hatte Blomberg New Energy Finance die Zuwachsrate der Investitionsmittel für 2012 mit 10 bis 20 Prozent erwartet – tatsächlich waren es 19,4 Prozent. Für die kommenden Jahre rechnen die Analysten mit einer weiteren Verstärkung des Kapitalflusses in die erneuerbaren Energien, da einige große Entwicklungsbanken keine kohlebasierten Energieanlagen mehr finanzieren werden und die Mittel stattdessen in die Erzeugung sauberen Stroms lenken wollen. Daher werden für 2013 sogar 15 bis 30 Prozent Zuwachs erwartet. Und sollte die geplante Gründung einer finanziell leistungsfähigen BRICS-Entwicklungsbank vollzogen werden, könnte dieser Kapitalfluss mittelfristig noch einmal deutlich größer ausfallen.

Urheber des Artikelfotos: Birgit Reitz-Hofmann – Fotolia