Auf dem Sprung in eine saubere Energie-Zukunft: Thailand

Trainstation in Thailand

Schaut man auf die wirtschaftliche Dynamik in Süd- und Südostasien, wird gern von springenden Tigern gesprochen. Tatsächlich entwickelt sich hier immer wieder eine so große ökonomische Potenz, dass sich Schwellenländer binnen weniger Jahre zu Industriestaaten wandeln. Südostasiatische Staaten wie Indonesien, Malaysia, Thailand oder die Philippinen wollen gleich doppelt springen. Sie wollen nicht nur die Herausforderungen meistern, die das Wirtschaftswachstum mit sich bringt, sondern auch in energetischer Hinsicht zukunftsfähig sein. Das Ziel heißt sauberes Wachstum.


Beispiel Thailand: Das Land ist sich sehr bewusst, dass der künftig stark steigende Energiebedarf maßgeblich auf Basis erneuerbarer Quellen gedeckt werden muss, wenn sich die ohnehin angespannte Umweltsituation nicht weiter verschlechtern und dem Klimawandel kein weiterer Vorschub geleistet werden soll. Als Tropenland, das immer wieder Überflutungen erlebt, kann man sich hier leicht vorstellen, was die durch den Klimawandel bedingte Zunahme extremer Wetterereignisse bedeuten wird.

Den richtigen Weg weitergehen

Doch in Thailand steht man in Sachen umweltschonender Energieerzeugung keineswegs am Anfang: Schon 17,8 Prozent des Stroms, den die 64,7 Millionen Bewohner des Landes verbrauchen, wird aus erneuerbaren Quellen gewonnen (www.renewablefacts.com).

Bereits vor drei Jahren hat das thailändische Parlament den eingeschlagenen Weg zu erneuerbaren Energien für die kommenden Jahre im „Alternative Energy Development Plan 2012–2021“ festgeschrieben. Dieses Grundsatzprogramm ist ein wichtiger Teil des nationalen Plans zu mehr Nachhaltigkeit, dessen Grundidee schon in Bereichen wie umweltfreundliches Bauen, Recycling und Abfallmanagement, Abwasseraufbereitung oder dem Einsatz nachwachsender, also bio-basierter Rohstoffe umgesetzt wird.

Nachholbedarf Energie

Trotz aller Fortschritte: Noch immer basiert der größere Teil der Elektrizitätserzeugung in Thailand auf den umweltbelastenden Ressourcen Kohle, Erdöl und Erdgas, die noch dazu eingeführt werden und dadurch Devisen binden. Künftig sollen daher möglichst viele eigene Quellen zur Energieversorgung beitragen. Und das schnell: Bis 2030, so ein Zukunftsszenario, wird das Land einen 100-prozentigen Zuwachs im Energiebedarf verzeichnen. 2012 kosteten die eingeführten Energieträger umgerechnet 35 Milliarden Euro – wenn es auch hier eine Verdoppelung gäbe, wären Außenhandelsbilanz und Volkswirtschaft extrem belastet. Für 2013 wird ein Bruttosozialprodukt von 310 Mrd. Euro erwartet (www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=839606.html).

Daher hat ein Sachverständigenrat – das National Energy Policy Council – konkrete Ausbauziele für die verschiedenen Energiearten festgelegt. Staatliche Fördermechanismen und wirtschaftliche Anreize wie temporäre Steuerbefreiung oder der Erlass von Importzöllen sollen dies unterstützen. Außerdem gibt es ein Einspeisevergütungssystem, das Förderbeträge für sieben bis zehn Jahre garantiert.

Zentrale Bedeutung hat Photovoltaik, deren wünschenswerte Produktionskapazität auf 3.000 Megawatt im Jahr 2021 angesetzt wurde. Dabei können sowohl kommunale Solarparks als auch private Anlagen die Förderung erhalten (www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=855622.html).

Urheber des Artikelbildes: Antony McAulay – Fotolia