Bürgerenergie als Faktor der Energiewende

Ein Solarhaus

Früher war Energieerzeugung vor allem die Sache großer Unternehmen – sie bauten Kraftwerke, installierten Leitungsnetze, sorgten für die Distribution an den Endverbraucher. Und hatten damit großen Einfluss auf die Umweltbelastung, aber auch auf politische Entscheidungen.

Das Aufkommen der erneuerbaren Energien und die ausdrücklich propagierte Energiewende haben völlig neue Verhältnisse entstehen lassen: In vorher kaum für möglich gehaltener Weise endete der alleinige Einfluss der Energiekonzerne, und es begann eine breite Bürgerbeteiligung. Die aktuelle Studie „Definition und Marktanalyse von Bürgerenergie in Deutschland“ der Leuphana-Universität Lüneburg und des Marktforschungsinstituts trend:research dokumentiert, dass die umweltschonende Stromerzeugung inzwischen zu einem erheblichen Teil von engagierten Bürgern getragen wird.

Erneuerbare Energie = Bürgerenergie

Die von der Initiative „Die Wende – Energie in Bürgerhand“ und der Agentur für erneuerbare Energien in Auftrag gegebene Studie (Download unter www.unendlich-viel-energie.de/de/detailansicht/article/226/buergerenergie-eigentuemerstruktur-und-installierte-leistungen-der-anlagen.html) dokumentiert die Besitz- und damit Einflussverhältnisse: Beachtliche 47 Prozent der Ende 2012 installierten Leistungskapazität der erneuerbaren Energien lagen in Bürgerhand. Insgesamt produzierten die Solar-, Windenergie- und Biomasseanlagen 56.000 Gigawattstunden Strom – das waren 43 Prozent des Ökostroms und mehr als zehn Prozent des deutschen Stromverbrauchs 2012.

Wer tatsächlich die Energiewende voranbringt und trägt, verdeutlicht der Blick auf die Anteile der großen Energiekonzerne: Sie besitzen lediglich zwölf Prozent der Anlagen zur Erzeugung sauberer Elektrizität. Etwas mehr als die Hälfte der installierten „Bürgerenergie“ entfällt auf Einzelbesitzer, der Rest auf Interessensverbände und Eigentümergemeinschaften.

Akteure des Technologiewandels

Die Studie verdeutlicht, dass die Energiewende zwar in Kreisen der Politik und Wirtschaft intensiv diskutiert, aber de facto von den Bürgerinnen und Bürgern getragen wird. Dieser Trend wurde maßgeblich durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz begünstigt, das auch Privatinvestoren finanzielle Planbarkeit und Sicherheit garantiert. Während die großen klassischen Energieerzeuger erst langsam ihr Produktionspotenzial für regenerative Energie ausbauen, schaffen engagierte Bürger längst Tatsachen.

Der sich inzwischen sehr bedrohlich entwickelnde Klimawandel erfordert intensive Gegenmaßnahmen, damit seine Folgen noch beherrschbar bleiben. Am effektivsten kann durch die Nutzung erneuerbarer Energien die Klimagas-Emission reduziert werden. Da mittlerweile mehr als 100 Länder entsprechende Programme beschlossen und vielfach Fördermittel bereitgestellt haben, kann und muss die Energiewende auch international intensiv vorangetrieben werden.

Hierbei können Investitionen in Cleantech und Erneuerbare-Energien-Infrastruktur gebündelt und somit große, effektive Projekte realisiert werden. So hat die ThomasLloyd Investmentbanking- und Investmentmanagementgruppe bereits mehrere einschlägige Fonds aufgelegt und von über 38.000 Anlegern Kapital für die Erzeugung sauberen Stroms eingeworben (http://www.thomas-lloyd-ctivario.de/). Auch diese Anleger tragen ihren Anteil an der Energiewende und ermöglichen dringend benötigte Projekte für den Klimaschutz.

Quelle des Artikelfotos: Gunnar Assmy – Fotolia