Cleantech – von konventionellen Investoren entdeckt?

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Das Auf und Ab an den globalen Finanzmärkten hat klassische Investitionsbereiche infrage gestellt. Und die Perspektive, dass große Teile der weltweiten Öl- und Kohlevorräte aus Klimaschutzgründen im Boden bleiben müssen, wird zu einem Abzug ansehnlicher Mittel aus diesem Bereich führen. Parallel entstehen immer mehr Indizes, die auf Nachhaltigkeit setzen.

Grünstrom: wichtiger Wachstumsmarkt

Wie stark der Finanzmarkt in Bewegung ist, zeigt nun die Mitteilung, dass Goldman Sachs, eines der global führenden Investmentbanking-Häuser, die erneuerbaren Energien für sich entdeckt. Eine solche Reaktion war eigentlich überfällig, da sich regenerative Energieerzeugung weltweit etabliert, die Kosten gegenüber konventioneller Stromproduktion sinken und immer mehr Staaten Grünstrom entweder direkt fördern oder doch langfristig so absichern, dass eine Erzeugung nicht nur wirtschaftlich ist, sondern sogar stabile Gewinne verspricht.

Längst sind es hohe Milliardenwerte, die im Bereich Cleantech entstehen und bewegt werden. Saubere Stromerzeugungs-Technik ist ein Exportschlager, und weltweit sind Zehntausende Arbeitslätze in diesem Sektor entstanden. Wenn nun die klassische Finanzwelt hier ebenfalls aktiv einsteigt, ist das ein untrügliches Zeichen, dass auch die weiteren Zukunftsperspektiven positiv gesehen werden. Goldman Sachs nennt den Erneuerbare-Energien-Bereich denn auch „einen der verlockendsten und attraktivsten“ Märkte und legt hier in unterschiedlichen Investments eine namhafte Milliardensumme an (cleantechnica.com).

Breites Technologie-Portfolio

Bereits 2012 hatte Goldman Sachs diesbezügliche Investitionen angekündigt, die schrittweise realisiert werden. Dabei gilt das Engagement unterschiedlichen Cleantech-Bereichen, was nicht Unsicherheit gegenüber den jeweiligen Zukunftsaussichten signalisiert, sondern Vertrauen in die gleichermaßen starken Potenziale der verschiedenen Technologien zum Ausdruck bringt.

Goldman Sachs beteiligt sich international an vielversprechenden Unternehmen:

  • Im Bereich Windenergie am dänischen Offshore-Anlagenentwickler Dong Energy und am indischen Unternehmen Renew Wind Power, das binnen der kommenden beiden Jahre eine Produktionskapazität von einem Gigawatt realisieren wird.
  • Im Bereich Solarnutzung am größten US-amerikanischen Photovoltaik-Unternehmen SolarCity sowie an BrightSource Energy, das in Kalifornien das weltgrößte Sonnenkraftwerk baut.
  • Im allgemeineren Bereich am neu gegründeten und unabhängigen Energieerzeuger Japan Renewable Energy (JRE).
  • Außerdem steigt Goldman Sachs beim innovativen Windturbinen-Entwickler FloDesign ein, der eine völlig neue Technologie zur Marktreife bringen will.

Es besteht kein Zweifel, wo Goldman Sachs die energetische Zukunft sieht. Die Gründe hierfür hat Stuart Bernstein, der die Clean-Technology and Renewables-Gruppe von Goldman Sachs verantwortet, dem Magazin „Recharge“ aus Australien näher dargelegt: Sein Haus betrachte die Trends in Zehn-Jahres-Zeiträumen, und man sei fest davon überzeugt, dass regenerative Energien künftig einen beachtlichen Anteil zur weltweiten ökonomischen Leistung beitragen würden. Die Investmentbank finde diesen Marktsektor „unglaublich anziehend“, und Bernstein sprach sogar davon, den Zeitpunkt einer Transformation erreicht zu haben. Das Engagement sei solide und nicht etwa eine PR-Kampagne; regenerative Energien seien gesellschaftlich wichtig, und der aktive Einstieg werde zweifellos ein gutes Geschäft für Goldman Sachs und seine Kunden werden (www.rechargenews.com).

Goldman Sachs: 40-Millionen-Dollar-Investition in Grünstrom

Goldman Sachs hat seine Entscheidung, mit 40 Milliarden Dollar in den Grünstrom-Bereich zu gehen, auf zwei Trends aufgebaut:

  1. Die immer höher werdende Effizienz der regenerativen Energieerzeugungstechnologien und der stetige Kostenverfall der Komponenten werden dazu führen, dass sonnen- und windbasierte Stromerzeugung binnen kürzer Zeit finanziell mit konventioneller Stromerzeugung gleichziehen wird. Darüber hinaus geht man fest davon aus, dass auch die Frage der Energiespeicherung bald zu lösen sei.
  2. Das Investmenthaus ist davon überzeugt, dass Kohle als fossiler Energieträger ihre globale Spitzenstellung verlieren werde, was in zahlreichen Berichten der jüngeren Zeit immer deutlicher werde.

Goldman Sachs sind keine Pioniere im Bereich der Cleantech-Investments, und man hat sich erst zu einem klaren Engagement entschlossen, als man sich in erfolgversprechende Aktivitäten und führende, profitable Unternehmen einkaufen konnte. Andere Investoren waren da weitsichtiger und setzen mit ihren Aktivitäten weit elementarer an. Die Investmentbanking- und Investmentmanaging-Gruppe Thomas Lloyd beispielsweise ist auf den Cleantech-Bereich spezialisiert und hat in mehr als 20 Ländern entsprechende Projekte finanziert und realisiert. Aufgrund dieser umfassenden Erfahrung und tiefen Kenntnis der technischen, aber auch politischen Zusammenhänge fokussiert die Gruppe ihre Aktivitäten derzeit auf den Wachstumssektor Süd- und Südostasien, wo der Energiebedarf sehr stark zunimmt, aber auch das Potenzial zur Nutzung regenerativer Energiequellen vorhanden ist.

Mit Mitteln aus dem Thomas Lloyd Cleantech Infrastructure Fund werden daher gleich mehrere eigene Projekte auf den Philippinen und in Kambodscha verwirklicht, die auf Photovoltaik, Windenergie- und Biomassenutzung basieren (www.thomas-lloyd.de). Neben technologischen und finanziellen Fragen hat ThomasLloyd auch in partnerschaftlicher Abstimmung mit den zuständigen Behörden nicht nur die bestgeeigneten Standorte gefunden und die Projekte auf den Zukunftsbedarf der Region zugeschnitten, sondern auch bei der politischen Weichenstellung assistiert und so eine gut planbare Basis für künftige Renditen geschaffen.

Ob Pionier oder Einsteiger in sichere Trends – den Kampf gegen den Klimawandel kann ein starkes finanzielles Engagement effektiver voranbringen als langatmige Konferenzen und politische Absichtsbekundungen das können. Und so wird immer deutlicher, was erneuerbare Energien tatsächlich bedeuten: eine Stärkung der Ökonomie und eine Stärkung der Ökologie zur gleichen Zeit.

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