Fortschrittliche Solar-Vergütung auf den Philippinen

Solarstrom

Zukunft – das bedeutet in einigen Schwellenländern vor allem eines: Wirtschaftswachstum. So erwarten Experten und Volkswirtschaftler vor allen für die ASEAN-Staaten in den kommenden Jahren einen nochmals verstärkten ökonomischen Aufbruch. Das gilt auch für die Philippinen.

Mit dem Erstarken der Wirtschaft ist eine Zunahme des Energieverbrauchs vorgezeichnet. Dazu ist das Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels, nicht zuletzt aufgrund einiger Extremwetterereignisse in den vergangenen Jahren, im Inselreich groß; die Regierung favorisiert schon länger eine Stromerzeugung aus regenerativen Quellen. So stammten 2012 bereits 28 Prozent der Elektrizität aus emissionsfreier Erzeugung, vor allem auf Basis von Erdwärme und Hydroenergie (www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=869008.html).

Mehr Ökostrom – weniger Klimabelastung

Nicht genug, befand die philippinische Energieregulierungsbehörde (Energy Regulatory Commission (www.erc.gov.ph), denn noch immer verursachen konventionelle Öl- und Gaskraftwerke eine zu hohe Emissionslast. Um das „National Renewable Energy Program“ von Sommer 2011 zu erfüllen, das eine Steigerung der Kapazität zur regenerativen Stromerzeugung von gut 5,4 Gigawatt im Jahr 2010 auf mehr als 15 Gigawatt bis 2030 vorsieht, müssen neben Geothermie und Wasserkraft auch Windenergie, Photovoltaik und Biomasse massiv gefördert werden.

Darum hat die Energy Regulatory Commission nun eine zukunftsweisende Einspeisevergütungsverordnung erlassen. 2012 lag die Gesamtkapazität solarer Stromerzeugung gerade einmal bei 1,12 Megawatt – das ist ein Anteil von 0,02 Prozent an allen erneuerbaren Energiequellen des Landes. Doch das wird sich nun zügig ändern: Für die nächsten 20 Jahre sollen für erneuerbare Energien bis zu einer Maximalkapazität von 750 Megawatt feste Einspeisevergütungen (Feed-in tariffs, FIT) gelten, von denen 50 Megawatt für Photovoltaik vorgesehen sind. Und bereits im Juli 2013 hatten drei Solarfarmen eine Umsetzungserlaubnis für 80 Megawatt Anlagenkapazität erhalten (www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=869008.html).

Doch nun setzt die Regierung nicht nur auf zentrale Anlagen, sondern möchte auch private Kräfte aktivieren. Das Instrument dafür heißt Net Metering: Wer eine Photovoltaik-Anlage betreibt, kann – sobald der Eigenbedarf komplett gedeckt ist – den überschüssigen Strom ins Netz einspeisen. Das könnte laut Einschätzung der nationalen Branchenorganisation Philippine Solar Power Alliance (PSPA) binnen eines Jahres zu einer Verdreifachung der Anlagenkapazität führen. Dann würden auf den Hausdächern statt einem drei Megawatt Strom erzeugt. Dass die PSPA mit dieser Erwartung nicht allein ist, zeigt nicht nur der schnelle Anstieg von Projektanträgen; auch verschiedene Geldinstitute haben sehr schnell Finanzierungsmodelle ausgearbeitet (www.exportinitiative.bmwi.de/EEE/Navigation/meldungen,did=588082.html).

Wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Die beschlossene Förderung gilt vor allem für kleinere Anlagen und wird dazu beitragen, auch abgelegene Gebiete zu elektrifizieren, denn Photovoltaik kann hervorragend auch in Regionen – im Fall der Philippinen: auf entlegenen Inseln – genutzt werden, die keine Anbindung an das Stromnetz besitzen. So wird nicht nur die Versorgungslage verbessert, sondern es werden auch Dieselgeneratoren ersetzt, die bislang unter starker Luftbelastung stundenweise Strom produzieren. Insgesamt wird die Akzeptanz für regenerative Energien wachsen und so auch größeren Solarfarmen den Weg bereiten, wie sie beispielsweise die Investmentbanking- und Investmentmanagement-Gruppe Thomas Lloyd im Land aufbaut. Die Solarparks „San Carlos Solar Energy I & II“ werden mit einer Kapazität von 13 bzw. 9 Megawatt dringend benötigten Strom zur Verfügung stellen – ohne Belastung des Klimas und unter Förderung der lokalen Ökonomie (www.thomas-lloyd.de).

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