Gesetz zur Regelung alternativer Investmentfonds

Gesetz zur Regelung alternativer Investmentfonds

Sämtliche Investmentfonds und Fondsmanager unter Finanzmarktaufsicht

Die Finanzbranche steht an einem Wendepunkt: Am 22. Juli 2013 wurde die AIFM-Richtlinie (Europäische Richtlinie für alternative Investmentfonds) in deutsches Recht umgesetzt. Sämtliche Arten von neu aufgelegten Investmentfonds und deren Verwalter unterstehen dann der staatlichen Finanzaufsicht BaFin.

Deutschland setzt für den Bereich Investmentfonds um, was die G20 (Gipfel der 20 wichtigsten Industrienationen) bereits 2009 als Konsequenz aus der letzten Finanzkrise beschlossen hatten: Kein Finanzmarkt, kein Finanzmarktakteur und kein Finanzprodukt soll unbeaufsichtigt bleiben.
Mit dem neuen Gesetz reagiert die Bundesregierung auch auf die Erfahrungen mit offenen Immobilienfonds, bei denen es zu Fonds-Schließungen und -Abwicklungen gekommen war. Neben den offenen Immobilienfonds werden künftig auch Hedgefonds und Private-Equity-Fonds als alternative Investmentfonds beaufsichtigt und reguliert – gleichgültig, ob sie sich als Publikumsfonds an Privatanleger oder an professionelle beziehungsweise semiprofessionelle Anleger richten. Für die Publikumsfonds gelten aber wesentlich schärfere Richtlinien. Denn ein wichtiges Ziel des AIFM-Umsetzungsgesetzes, so die offizielle Bezeichnung, ist der Schutz von Kleinanlegern vor riskanten Finanzanlagen.

Das Aus für Hedgefonds in Deutschland

Die als besonders riskant eingestuften Hedgefonds dürfen daher in Deutschland nicht mehr aufgelegt und ausländische Hedgefonds in Deutschland nicht mehr vertrieben werden. Auch die Verwalter und Manager alternativer Fonds werden künftig stärker überwacht und kontrolliert. Für sie gilt eine Zulassungspflicht mit Prüfung, in der Sachkenntnis, Erfahrung und Zuverlässigkeit nachgewiesen werden müssen. Im Gegenzug erhalten Fondsmanager einen EU-Pass, der ihnen den EU-weiten Vertrieb erlaubt. Wenig erfreuen dürfen die Fondsbetreiber aber die umfangreichen Berichtspflichten, die ihnen die Finanzaufsicht auferlegt. So sind bei jedem Fonds ein transparentes Liquiditäts- und ein angemessenes Risikomanagement einzurichten.
Ziel dieser Vorschriften ist es, den sogenannten „grauen Kapitalmarkt“ mit zum Teil fragwürdigen geschlossenen Beteiligungen auszutrocknen und in einen regulierten Kapitalmarkt zu überführen.
„Das Gesetz ist der Tod der geschlossenen Fonds“, unkten einige Finanzdienstleister bei Bekanntgabe der Gesetzesentwürfe. Namhafte Unternehmen wie ThomasLloyd und große Fondsvertriebsgesellschaften beurteilen die neue Regulierung dagegen überwiegend positiv: „Dass der neue rechtliche Mantel mehr Transparenz und Anlegerschutz vorsieht, kann dem Markt letztendlich nur gut tun“, sagt René Krüger, Vorstandsvorsitzender der wallstreet: online capital AG und Gründer des Internetvertriebs FondsDISCOUNT.de.