Globalisierung und Ökonomie in Gefahr

Globalisierung und Oekonomie in Gefahr

Klimawandel, Wassermangel und die Kluft zwischen Arm und Reich sind momentan die größten Gefahren für unsere Welt. Das ist das Ergebnis des aktuellen „Global Risks Report“. Eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Weltwirtschaftsforums befragt für diese Studie jedes Jahr rund tausend Experten aus Wirtschaft, Politik und sozialen Organisationen. „Diese globalen Risiken sind eine Gesundheitswarnung an unsere wichtigsten Systeme“, so Lee Howell, einer der Autoren der Studie (www.weforum.org/issues/global-risks).

Und um die Gesundheit unserer Welt steht es nicht so gut: Viele Risiken sind gegenüber dem Report von 2012 gestiegen, und die Eintrittswahrscheinlichkeit von globalen Krisenszenarien hat seitdem zugenommen. Wirtschaftliche Probleme stehen ganz oben auf der Liste der 50 größten Gefahren für die Welt:

  • Risiko Nummer eins ist die zunehmende Einkommensungleichheit. Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich gilt als potentieller Auslöser für massive Krisen.
  • Platz zwei der Risikoliste belegt die öffentliche Verschuldung. Sie ist seit der Euro-Krise in gefährliche Dimensionen gewachsen und wird als bedrohlich eingestuft.
  • Auf Platz drei folgt bereits ein Umweltthema: die klimaschädlichen Emissionen. Die Experten besorgt vor allem, dass es nicht gelingt, sich weltweit auf ein gemeinsames Vorgehen und verbindliche Ziele zu einigen. Vor allem das Scheitern des Klimagipfels von Doha wirkt hier nach.
  • Neben der Klimaerwärmung liegen große gesellschaftliche Gefahren auch in der zunehmenden Wasserknappheit in vielen Ländern der Erde.

Der Klimawandel birgt große wirtschaftliche Gefahren

Laut „Der Spiegel“ halten die Experten vor allem die neuerliche Kombination aus Wirtschafts- und Umweltproblemen für sehr brisant. Denn durch die Wirtschaftskrise fehlten schlichtweg die Ressourcen, um Umweltproblemen wie dem Klimawandel konsequent gegenzusteuern (www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/weltwirtschaftsforum-global-risks-report-zeigt-groesste-gefahren-a-876236.html). Und die benötigten Mittel können gewaltige Dimensionen erreichen: Ein Artikel des Fachmagazins „Nature“ zeigt auf, welche wirtschaftlichen Risiken allein das Abtauen der Antarktis durch die Erderwärmung zur Folge hätte (www.n-tv.de/wissen/Arktisschmelze-verschlingt-Unsummen-article11053496.html): Die Klimaexpertin Gail Whiteman von der Erasmus-Universität in Rotterdam und ihre Kollegen Chris Hope und Peter Wadhams von der britischen Universität Cambridge gehen davon aus, dass in den kommenden zehn Jahren 50 Milliarden Tonnen Methangas aus dem schmelzenden Packeis der Antarktis entweichen werden.

Wenn das geschieht, und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, würde bereits in 15 bis 35 Jahren die Erderwärmung die kritische Marke von zwei Grad gegenüber der Durchschnittstemperatur in vorindustrieller Zeit überschreiten. Folge: Dürren, Unwetter und Produktionsausfälle summieren sich auf die astronomische Summe von 60.000 Milliarden Dollar. Das ist annähernd die jährliche Wirtschaftsleistung der gesamten Welt. Besonders dramatisch: 80 Prozent der Folgen, so die Forscher, würden die Länder in Afrika, Asien und Südamerika treffen.