Grüne Energie-Revolution auf den Philippinen

Grüne Energie-Revolution auf den Philippinen

Die Zeit vergeht schnell auf den Philippinen. Und besonders auf der Insel Negros hat man derzeit diesen Eindruck: Letztes Jahr wiegten sich hier nahe der Stadt San Carlos City noch Zuckerrohrfelder, vor wenigen Woche wurden die abgeernteten Felder umgepflügt, und nun wachsen Rohbauten für große Hallen aus dem Boden. Überall sieht man Arbeiter geschäftig mit Baumaschinen und Werkzeug hantieren.

Ein intensiv vorbereitetes Projekt nimmt Gestalt an: Die ThomasLloyd Group – auf Erneuerbare-Energien-Projekte in Asien spezialisiert – errichtet hier ein Biomasse-Kraftwerk.

Ideale Standortbedingungen

„Es gibt hier einen großen Bedarf an Energie“, erklärt Mike Airey. „Die Philippinen sind ein Archipel, und daher ist das Stromnetz nicht überall miteinander verbunden. Jede Insel hat unterschiedliche Anforderungen, und schon allein deswegen gibt es viele Gründe, hier zu investieren.“ (www.rappler.com) Airey ist der zuständige Managing Director der ThomasLloyd Group auf Negros und kennt sowohl die Planungen als auch die Umsetzungsbedingungen wie kaum ein anderer.

Nun könnte man den wachsenden Strombedarf theoretisch auch auch aus fossilen Energieträgern decken. Doch die Philippinen haben sich mit ihrem Renewable Energy Act schon im Jahr 2008 auf regenerative Stromerzeugung ausgerichtet und wollen so bald und so umfassend wie möglich von klimaschädigenden Erzeugungstechnologien wegkommen. Zudem belastet der Import der schmutzigen Energieträger den nationalen Haushalt stark.

Vor allen auf Negros, das zur Inselgruppe der Visayas gehört, ist Grünstrom die perfekte Lösung: Die Insel ist relativ flach und erhält damit mehr Sonneneinstrahlung als die bergigen Nachbarinseln. Durch deren Höhenzüge geschützt, sind die Winde auf Negros stetig, aber nicht zu stark. Die fruchtbaren Böden haben die Insel zum Zentrum des philippinischen Zuckerrohranbaus gemacht, seit 1856 die erste Plantage angelegt wurde (Quelle: www.zuckerinfo.de).

Erfahrung für die Zukunft

Viel Sonne, viel Wind, viel Landwirtschaft: ThomasLloyd – seit über 35 Jahren auf Cleantech-Projekte spezialisiert – braucht eigentlich nur noch seine gesammelte Erfahrung mit den Bedingungen vor Ort zusammenzubringen, und so entstanden gleich mehrere Projekte, die sich rings um die Provinzstadt San Carlos City fokussieren: Seit 2005 stellt eine Bioethanolfabrik hier aus landwirtschaftlichen Reststoffen Kraftstoffe her. Derzeit gehen die beiden Bauabschnitte der SaCaSol-Solarfarm ihrer Fertigstellung entgegen. Das Biomasse-Kraftwerk soll ab 2015 Strom liefern, und 2016 soll dann eine Onshore-Windfarm ans Netz gehen.

Die Cleantech-Anlagen werden insgesamt 102 Megawatt Stromerzeugungskapazität haben und können 470.000 Menschen mit emissionsfrei erzeugtem Strom versorgen. Das ist ein wichtiges Element im Wirtschaftsaufschwung, den auch Negros zu spüren beginnt. Daher hat die philippinische Regierung bereitwillig den Weg geebnet, damit die Projekte einerseits schnell umgesetzt werden können, andererseits aber auch für alle Beteiligten die nötige wirtschaftliche Sicherheit bringen. Langfristig abgesicherte Einspeisevergütungen mit Inflationsausgleich machen verlässlich berechenbare Renditen für die Anleger des ThomasLloyd Cleantech Infrastructure Fund möglich.

Potenziale der Natur

Besonders die Nutzung der Biomasse zur Stromerzeugung bietet hervorragende Perspektiven. Auf Negros fallen Millionen Tonnen bislang nicht verwerteter Reststoffe und Abfälle aus der Zuckerrohrproduktion und -verarbeitung an. Sie zu nutzen, erweitert die Kette der Wertschöpfung um einen bedeutsamen Schritt, ohne dass die Landwirtschaft oder die Preise der Endprodukte darunter leiden müssen. Im Gegenteil, die Bauern der Region können mit einem sicheren Zusatzgeschäft rechnen, das viele Arbeitsplätze sichern hilft.

Weil die Bedingungen kaum besser sein könnten, realisiert die ThomasLloyd Group gleich drei weitere Biomasse-Kraftwerke, zwei auf Negros und eines auf der Insel Luzon. Kein Wunder, dass das Medienhaus Rappler in einem Film über die Projekte von San Carlos City von einer „grünen Revolution“ gesprochen hat (unter www.youtube.com abrufbar). Einer jüngsten Umfrage zufolge sorgen sich 87 Prozent der Philippiner um die künftige Stromversorgung und befürworten erneuerbare Energien (www.philstar.com).

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