Grünstrom: auf den Philippinen wirtschaftlich sinnvoll

Manilla

Während Länder wie China oder die USA, Spanien, Italien oder Deutschland für ihre wachsende Menge emissionsfrei erzeugten Stroms bekannt sind, vollzieht sich der Übergang zu einer umweltschonenden Energieproduktion in anderen Teilen der Erde vergleichbar intensiv, aber eher unauffällig. So werden auf den Philippinen schon heute gut 28 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen gewonnen – und nun wird ein deutlich intensivierter Ausbau von Photovoltaik, Windenergie und Stromerzeugung aus Biomasseverstromung diesen Anteil noch steigern. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gibt jetzt einen genaueren Einblick in die Umsetzungsstufen und widmet sich auch wichtigen Aspekten der Kostenentwicklung (www.rappler.com).

Breitere Betrachtung nötig

Das Fazit der Untersuchung verwundert nicht: Langfristig werden die Vorteile der erneuerbaren Energien für den philippinischen Energiekonsumenten gegenüber den derzeit hohen Kosten überwiegen. Einerseits wirken sich auch bei Installationen in Südostasien die fallenden Weltmarktpreise beispielsweise für Solarmodule aus. Andererseits greift eine Betrachtungsweise zu kurz, die nur auf die reinen Produktionskosten des Stroms blickt und andere finanziell relevante Faktoren unberücksichtigt lässt.

Derzeit kann eine Megawattstunde Strom auf Kohlebasis für weniger als die Hälfte der Kosten produziert werden, die die Grünstromerzeugung erfordert. Doch ist das nur ein Teil der Rechnung. Denn unter Einbeziehung der sozialen und der Umweltkosten entsteht, so die GIZ, ein ganz anderes Bild: Einerseits sind die Kohlekraftwerke die größten Verursacher klimaschädlicher Treibhausgase, vorrangig CO2. Und mit weiteren Schadstoffen aus den Kohlekraftwerken steigt die generelle Luftbelastung, die sich durch höhere Aufwendungen im Gesundheitssektor volkswirtschaftlich bemerkbar macht.

Der bereits heute genutzte regenerative Strom wird auf den Philippinen vorrangig in Geo- und Hydroenergiekraftwerken erzeugt. Nach Planungen des Energieministeriums soll nun der Ausbau von Solar-, Wind- und Biomasseanlagen vorangebracht werden. Die Konzepte sind ambitioniert: Bis 2016 sollen 300 Megawatt Stromerzeugungskapazität in fünf Windkraftprojekten hinzukommen und bis 2020 auf 1.400 Megawatt vergrößert werden. Zusätzlich entstehen wesentliche Kapazitäten an Biomassenutzung, wie sie in den Anlagen des ThomasLloyd Cleantech Infrastructure Fund ab 2015 praktiziert wird (www.thomas-lloyd.de).

Differenzierte Kostenrechnungen

Auch auf den Philippinen steht bei erneuerbaren Energien die Kostenfrage in der öffentlichen Diskussion. Da ist eine differenzierte Aufklärung der Bevölkerung hilfreich. Einerseits sind die auf den Endverbraucher umgelegten Kosten gering: Eine Kilowattstunde Strom aus sauberen Quellen wird um weniger als 2 philippinische Centavos höher berechnet als konventioneller Strom. Bei einer durchschnittlichen Monatsabnahme von 300 Kilowattstunden sind das lediglich 5,40 philippinische Pesos (umgerechnet 0,22 US-Cent, Stand Februar 2014).

Und dabei handelt es sich um den Durchschnittspreis – Solarstrom kann schon heute preislich voll mit Kohlestrom konkurrieren: 1 Kilowattstunde schmutziger Energie bereitzustellen kostet 6,7 US-Cent, aus Photovoltaik 7 US-Cent. Leistungsfähigere Module, die derzeit praxisreif entwickelt werden, kehren diese Relationen dann schon bald endgültig um (www.rappler.com).

Und schließlich macht der Ausbau der regenerativen Stromerzeugung nicht nur teure Importe fossiler Energieträger überflüssig, sondern entlastet auch die Sozialbudgets und sorgt für energetische Unabhängigkeit.

Beste Zukunftsoption

Sauberer Strom findet in der philippinischen Bevölkerung große Zustimmung, und dank einer praxisnahen Regelung werden den Produzenten feste und langfristige Einspeisegarantien und -vergütungen zugesichert. So werden die Projekte der ThomasLloyd Group sicherlich nicht die letzten sein, die hier mit internationalem Engagement errichtet werden – denn auf den Philippinen stehen alle Zeichen auf Wachstum.

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