Gute Entwicklung: Kambodschas Wirtschaft wächst stärker

Phnom Penh

Die Signale sind eindeutig: Asien wird ein großes ökonomisches Wachstum erleben. Aus gutem Grund bezeichnete Justin Yifu Lin, ehemaliger Chefökonom und Vizepräsident der Weltbank, auf dem vierten ThomasLloyd Cleantech Congress im Januar 2014 das 21. Jahrhundert als das Jahrhundert Asiens. Auch Länder, die über längere Phasen Kriege und schwierige politische Verhältnisse durchleben mussten, blicken mittlerweile optimistisch in die Zukunft. Das gilt in besonderem Maß für Kambodscha: Grundlegende politische und ökonomische Reformen ermöglichen es dem Land, im politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich an internationale Standards anzuknüpfen und so ein verlässlicher und berechenbarer Partner im Miteinander der Nationen zu sein.

Neben den Philippinen erlebt Kambodscha das wohl stärkste Wirtschaftswachstum der Region Süd- und Südostasien. Die Asian Development Bank (ADB) hat daher die Erwartungen an das Bruttosozialprodukt für 2013 und 2014 heraufgesetzt: Im gerade abgelaufenen Jahr dürfte es um 7,2 Prozent gewachsen sein und 2014 um bis zu 7,5 Prozent zulegen. Einer der Gründe für die positiven Erwartungen ist die Tatsache, dass die Europäische Union Produkte aus Kambodscha von Einfuhrzöllen und Mengenbeschränkungen ausgenommen hat (www.eco-business.com).

Wirtschaftsboom Kambodscha: produktive Sonderwirtschaftszonen

Nach dem Beispiel anderer asiatischer Staaten hat Kambodscha eine Reihe von Industrie- und Gewerbeparks zu Sonderwirtschaftszonen erklärt. Um Investoren anzulocken, wurden hier Steuersätze gesenkt und Im- und Exportzölle aufgehoben. Das hat seine Auswirkung auf die nationale Produktpalette. Noch machen Textilien 90 Prozent der kambodschanischen Exporte aus, doch siedeln sich mittlerweile auch Hersteller von Elektronik und Autoteilen an.

Viele der Sonderwirtschaftszonen gleichen Großbaustellen, denn das Interesse international tätiger wie auch einheimischer Unternehmen ist stark, hier Produktionsstandorte zu eröffnen. Dabei werden jeweils Tausende Arbeitsplätze entstehen – eine willkommene Stärkung auch der Binnenkonjunktur, da das regionale Kaufkraftvolumen steigen wird. Die Zukunftsperspektiven sind grenzüberschreitend: Bis Ende 2015 soll ein gemeinsamer Binnenmarkt der zehn ASEAN-Staaten Realität werden, der dann 600 Millionen Menschen verbinden und seinerseits die Wirtschaftsdynamik Kambodschas und seiner Nachbarländer intensivieren wird (www.focus.de).

Ausbaubedarf in der Energieproduktion Kambodschas

Noch allerdings gibt es einen Engpass: die Energie. 2012 importierte Kambodscha 43 Prozent der benötigten Energie – und das soll anders werden. In der Ausbau-Agenda spielen erneuerbare Energien eine wichtige Rolle, da sie natürliche Ressourcen nutzen und das Land von der Einfuhr teurer fossiler Energieträger unabhängig machen können. Kambodscha hat – wie seine Nachbarländer – große Potenziale zur Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Biomasse.

Auch für die Sicherung der Energieversorgung ist Kambodscha auf internationale Kooperation angewiesen. Dabei spielen drei Photovoltaik-Projekte des ThomasLloyd Cleantech Infrastructure Fund eine wichtige Rolle. In den Provinzen Kampong Thom, Preah Vihaer und Prey Veng ist der Bau von Solarkraftwerken in Vorbereitung, die bei einer Gesamtprojektfläche von 640.000 Quadratmetern zusammen 40 Megawatt Stromerzeugungskapazität haben. Die jährliche Sonneneinstrahlung beträgt zwischen 1.572 und 1.729 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Nach ihrer Inbetriebnahme im ersten beziehungsweise zweiten Quartal 2015 können die drei Freiflächen-Solarkraftwerke knapp 350.000 Menschen mit sauberer Energie versorgen. Der Strom kann natürlich auch von Industrie- und Gewerbebetrieben abgenommen werden.

Insgesamt investiert der Fonds 66,8 Millionen US-Dollar für eine zukunftsfähige Energiegewinnung, die im ThomasLloyd Cleantech Infrastructure Fund zusammengebracht wurden. Sie ermöglichen Kambodscha einen Schritt in die energetische Unabhängigkeit und zugleich einen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz, der angesichts der noch immer steigenden globalen Treibhausgas-Emissionen äußerst wichtig ist.

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