Neue Studie: Windkraft-Förderung hat sich ausgezahlt

Windrad im Maisfeld

Regenerative Energien haben das Aschenputtelstadium hinter sich gelassen: Längst gehören Windräder, Solarkollektoren und Biogasanlagen zum Alltag. Sie machen augenfällig, dass eine zukunftsfähige Energieerzeugung möglich und wirtschaftlich ist. Erneuerbare Energien sind kostentechnisch gegenüber Kohle- und Atomstrom mittlerweile konkurrenzfähig und allemal günstiger, wenn man die hohen Steuersubventionen für Kohlebergbau und den Nuklearsektor einrechnet.

Trotzdem wird gern kritisiert, dass erneuerbare Energien mittlerweile zu stark gefördert würden und zu einem Milliardengrab geworden seien – der monetär nur schwer zu beziffernde Nutzen für den Klimaschutz bleibt da gern außen vor. Und auch die Behauptung, dass sauberer Strom Unsummen verschlingen würde (Steuergelder!), wird immer wieder vorgebracht. Eine aktuelle Untersuchung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung in Baden-Württemberg (ZWS) hat diesen Vorwurf für die Windenergie nun endgültig mit überraschenden Zahlen entkräftet.

Doppelt sinnvoll angelegte Mittel

Die Stuttgarter Experten haben berechnet, wie viele Steuermittel von Bund und Ländern in die Windenergie geflossen sind und welchen Rücklauf an Steuern es durch die geförderten Unternehmen gegeben hat. Das  Ergebnis: Seit Beginn der Achtzigerjahre wurden ca. 5,5 Milliarden Euro aufgewendet – und aus der Windbranche sind im selben Zeitraum gut acht Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen zurückgeflossen. Grob gerechnet hat also jeder Euro an Fördermitteln zu einer Steuereinnahme von etwa 1,5 Euro geführt, unter dem Strich ein Nettogewinn von knapp 50 Prozent.

Die zurückgeflossenen Mittel setzen sich vor allem aus Unternehmenssteuern sowie Einkommensteuern zusammen, welche in der Windindustrie Beschäftigte aufbringen. Erneuerbare Energien sind also nicht nur Jobmotor, sondern auch intensiv sprudelnde Steuerquelle. Bereits 2008 war der Untersuchung zufolge ein positiver Gesamtsaldo festzustellen. Potenziell werden die Steuereinnahmen aus der Windenergie noch zunehmen, da die Anlagen nach Ende der Abschreibungsphase nur noch geringe Unterhaltskosten verursachen – also höhere steuerpflichtige Gewinne erzeugen.

Nicht in die Berechnung eingeflossen sind finanzielle Effekte, die aus der Klimaschutzwirkung der erneuerbaren Energien resultieren. Hätte man die im untersuchten Zeitraum aus Wind gewonnene Energie auf fossiler Basis erzeugt, wären große CO2-Emissionen entstanden, welche die vom Klimawandel verursachten Schäden vergrößert hätten. Da aber keine direkten Ursache-Wirkung-Zusammenhänge nachweisbar sind und die zusätzlichen Schäden erst in den kommenden Jahrzehnten entstanden wären, ist hier keine Berechnung möglich – der Nutzen ist aber unabweisbar vorhanden.

Weiterer Finanzausgleich absehbar

In einer Variante ihrer Berechnungen bezogen die Stuttgarter Experten auch die von den Verbrauchern aufgebrachten Mittel aus der EEG-Umlage in ihre Bilanz mit ein. Das Ergebnis ist ein derzeitiges Defizit von zwei Milliarden Euro, das aber im Lauf weniger Jahre getilgt sein wird, denn dieses sogenannte „kumulierte Defizit“ verringert sich bereits jetzt kontinuierlich.

Die Studie mit dem Titel „Gesamtbilanz der EE-Förderung aus industriepolitscher Sicht am Beispiel der Windenergie an Land“ kann unter www.zsw-bw.de heruntergeladen werden.

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